Was ist ein optischer Filter?
Optische Filter werden im Strahlengang von Kamera oder Beleuchtung eingesetzt und beeinflussen, welche Anteile des Lichts passieren. Während bestimmte Wellenlängenbereiche durchgelassen werden, lassen sich andere blockieren oder abschwächen. Welche Wellenlängen das betrifft, hängt vom jeweiligen Filtertyp ab. Bandpassfilter begrenzen das Licht auf einen schmalen Spektralbereich, Langpass- und Kurzpassfilter lassen Wellenlängen ober- beziehungsweise unterhalb eines festgelegten Grenzwerts passieren. Polarisationsfilter beeinflussen hingegen nicht die Wellenlänge, sondern die Schwingungsrichtung des Lichts.
So erreicht vor allem der Spektralbereich die Kamera, der für die jeweilige Prüfaufgabe relevant ist. Störendes Umgebungslicht kann dadurch ausgeblendet und Reflexionen reduziert werden. Gleichzeitig lassen sich Materialeigenschaften wie Farbunterschiede oder Oberflächenstrukturen hervorheben, die ohne den passenden Filter nur schwer oder gar nicht sichtbar wären.
Wann werden optische Filter eingesetzt?
Kontraste erhöhen h4>
Relevante Merkmale deutlicher hervorheben
Reflexionen minimieren h4>
Wiederholgenauigkeit verbessern h4>
Materialeigenschaften sichtbar machen h4>
Störendes Umgebungslicht reduzieren h4>
Wichtige Kenngrößen optischer Filter
Transmission
Die Transmission gibt an, wie viel Licht den Filter passiert. Je höher die Transmission, desto mehr nutzbares Licht erreicht die Kamera.
Sperrbereich
Der Sperrbereich bezeichnet den Teil des Spektrums, den der Filter blockiert. Eine hohe Sperrwirkung reduziert unerwünschte Lichtanteile und damit den Einfluss von Fremdlicht auf die Bildaufnahme.
Halbwertsbreite (FWHM)
Die Halbwertsbreite beschreibt die Breite des Spektralbereichs, den ein Filter durchlässt. Je kleiner die Halbwertsbreite, desto schmaler und selektiver ist der durchgelassene Wellenlängenbereich.
Das elektromagnetische Spektrum
| Spektralbereich | Wellenlänge | Typische Anwendungen |
|---|---|---|
| UV | 200–400 nm | Fluoreszenz, Materialprüfung |
| Sichtbares Licht | 400–700 nm | Standard-Bildverarbeitung |
| Nahes Infrarot (IR) | 700–1.100 nm | Störlichtunterdrückung, Materialunterscheidung |
| SWIR | 1.000–2.500 nm | Feuchtigkeitsmessung, Halbleiter |
| MWIR | 3–5 µm | Thermografie |
| LWIR | 8–14 µm | Wärmebildtechnik |
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UV
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200–400 nm
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Fluoreszenz, Materialprüfung
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Sichtbares Licht
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400–700 nm
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Standard-Bildverarbeitung
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Nahes Infrarot (IR)
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700–1.100 nm
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Störlichtunterdrückung, Materialunterscheidung
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SWIR
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1.000–2.500 nm
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Feuchtigkeitsmessung, Halbleiter
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MWIR
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3–5 µm
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Thermografie
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LWIR
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8–14 µm
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Wärmebildtechnik
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Was ist bei der Auswahl optischer Filter zu beachten?
Spektrale Lage h4>
Filtertyp h4>
Transmissionsgrad h4>
Kantensteilheit h4>
Mechanische Kompatibilität h4>
Der passende Filter funktioniert nur mit der richtigen Beleuchtung:
Ein Filter allein erzeugt noch kein optimales Bild. Zunächst sorgt die auf das Prüfobjekt abgestimmte Beleuchtung dafür, dass die gewünschten Merkmale hervortreten. Der passende Filter verstärkt diesen Effekt, indem er störende Lichtanteile ausblendet und nur die für die Bildaufnahme relevanten Wellenlängen zur Kamera gelangen lässt. Erst dann entsteht ein kontrastreiches, auswertbares Bild.
Welche Arten optischer Filter gibt es?
Polarisationsfilter h3>
Eigenschaft: Polarisationsfilter reduzieren störende Reflexionen auf glänzenden oder transparenten Oberflächen.
Typische Anwendung: Polarisationsfilter erhöhen den Kontrast, indem sie störende Reflexionen, Glanzlichter und Spiegelungen auf glatten, glänzenden oder gekrümmten Oberflächen herausfiltern. Dadurch lassen sich Risse, Kratzer oder Unregelmäßigkeiten besser erkennen, die andernfalls von Reflexionen überlagert werden können. Somit sind sie insbesondere für die Glasinspektion, die Prüfung von Kunststoffteilen und Folien sowie die Flüssigkeits- und Oberflächenkontrolle geeignet.
Bandpassfilter Rotlicht (Farbfilter) h3>
Eigenschaft: Rote Bandpassfilter lassen Licht aus dem roten Spektralbereich passieren und unterdrücken andere Wellenlängen.
Typische Anwendung: In Kombination mit roter LED-Beleuchtung reduzieren rote Bandpassfilter störende Lichtanteile außerhalb des roten Spektrums und sorgen so für stabile Kontraste. Dadurch lassen sich beispielsweise Druckbilder, Etiketten, Barcodes oder Klarschrift zuverlässig erfassen. Weitere Einsatzbereiche sind OCR-Anwendungen sowie die Erkennung von Farbmarkierungen und Verpackungsmerkmalen.
IR-Langpassfilter h3>
Eigenschaft: IR-Langpassfilter blockieren sichtbares Licht und lassen infrarotes Licht hindurch.
Typische Anwendung: In Verbindung mit aktiver IR-Beleuchtung lässt sich störendes sichtbares Umgebungslicht nahezu vollständig ausblenden und der Kontrast erhöhen. Das ermöglicht eine zuverlässige Bildauswertung auch unter herausfordernden Lichtbedingungen, beispielsweise in der Fördertechnik und Robot Vision sowie bei der Anwesenheitskontrolle, Materialunterscheidung und Codeerkennung.
Bandpassfilter für sichtbares Licht h3>
Eigenschaft: Begrenzt die Bildaufnahme auf den sichtbaren Spektralbereich von 400–700 nm und reduziert störendes UV- und IR-Licht.
Typische Anwendung: Bandpassfilter für sichtbares Licht reduzieren Einflüsse durch Umgebungslicht oder Fremdbeleuchtung, welche Kontrast und Farbwiedergabe verfälschen können. Dadurch lassen sich in Mehrkamerasystemen einheitliche Werte über alle Kameras hinweg erzielen. Auch bei der Farbprüfung, Positionskontrolle und Qualitätskontrolle bleiben die Ergebnisse bei wechselnden Beleuchtungssituationen besser vergleichbar.
Bandpassfilter Blaulicht (Farbfilter) h3>
Eigenschaft: Optimiert den Kontrast bei blauer LED-Beleuchtung und unterdrückt störendes Umgebungslicht.
Typische Anwendung: Blaue Bandpassfilter nutzen die geringere Beugung kurzwelligen Lichts, um feine Strukturen mit schärferen Kanten und höheren Kontrasten abzubilden. Gleichzeitig wird Licht außerhalb des blauen Spektrums ausgeblendet. Dies ermöglicht eine rauscharme und kontrastreiche Erfassung bei der Elektronik- und Leiterplatteninspektion, der Kanten- und Konturerkennung sowie bei Oberflächenprüfungen, Strukturerkennungen und Präzisionsmessungen.
UV-Filter h3>
Eigenschaft: Für Anwendungen mit UV-Beleuchtung oder UV-Fluoreszenz zur Hervorhebung von Merkmalen, die im sichtbaren Licht nicht erkennbar sind.
Typische Anwendung: Bei der Fluoreszenzprüfung blockieren UV-Filter die intensive UV-Anregungsstrahlung, während das von fluoreszierenden Stoffen ausgesendete, schwächere Fluoreszenzsignal für die Bildaufnahme genutzt wird. Auf diese Weise lassen sich Rückstände, Fehlstellen oder Codes sichtbar machen. Typische Anwendungen sind die Klebstoffkontrolle, Lack- und Beschichtungsprüfung, das Auslesen unsichtbarer Sicherheitsmarkierungen wie Data-Matrix-Codes auf Glasampullen sowie die Materialanalyse.